Die letzten Wochen...

23Juni2014

Wie man der Überschrift entnehmen kann, befinde ich mich schon auf der Ziellinie meiner Reise hier in Kanada. Ursprünglich hatte ich geplant ende August zurückzufliegen. Doch weil mich in Hamburg und anderen Städten in Deutschland Bewerbungsgespräche an Universitäten erwarten fliege ich doch schon ein bisschen früher zurück. Einerseits ist es schade dass ich nicht die volle Zeit ausnutzen kann, andereseits habe ich schon sehr viel erlebt und bin zufrieden mit dem was ich hier bisher erreicht habe. Ankunft in Hamburg also am 4. Juli. 

Momentan befinde ich mich immer noch in Montréal, einer wunderschönen Stadt die schon sehr an eine Französische Großstadt errinert. Landessprache hier in Québec ist Französisch wobei natürlich auch viele Englisch sprechen. Das Französisch was hier gesprochen wird, kann man eigentlich kaum als Französisch bezeichnen. Selbst eingefleischte "Quebecqoise", haben manchmal Ihre Probleme mit dieser Sprache. Wer in der Schule damals gelernt hat Bonjour zu sagen wird hier enttäuscht sein, denn man wird eher mit einem Bongjour empfangen. Ein anderes Beispiel ist das Wort "bien" welches wie "bieng" ausgesprochen wird. Es ist auf jedenfall lustig sich mit einem Einwohner zu unterhalten, auch wenn man nicht alles verstehen mag.

Das Hostel in dem ich wohne errinert eher an eine große Wohngemeinschaft als an ein Hostel. Auch gibt es hier nur 3 Zimmer und ein Wohnzimmer mit Küche. Das ganze hat durchaus Flair und es macht total viel Spaß auf engstem Raum neue Leute aus unterschiedslichsten Nationen kennenzulernen.

Montréal hat vieles zu bieten! In Innenstadt nähe befindet sich der Berg Mont-Royal nachdem die Stadt benannt wurde, welcher unendlich viele Parks und Sehenswürdigkeiten wie die Aussichtsplatform mti Blick auf die Stadt und Umgebung beherbergt.

Den größten Teil der Zeit verbringe ich aber mit dem feiern der WM in Brasilien und natürlich mit dem Anfeuern von "der Mannschaft", wie hier alle voller Neid sagen. Man möchte der Internationalen Gemeinde in Montréal gerne glauben, dass Deutschland Weltmeister wird, ob das jedoch Realtität wird....

Marché Jean-TalonFlagge zeigen!Mitfiebern!Church!

Am Freitag geht es per Ridesharing weiter nach Toronto. Umgerechnet 25 Euro zahle ich für die 5-Stündige Tour mit einem privaten PKW. In Toronto selbst nutze ich die nächste Möglichkeit vom Sharing-Prinzip. Auf der Website "Couchsurfing", finden sich private Haushalte die für ein paar Nächte ihre Couch als Übernachtungsmöglichkeit für umsonst anbieten. Im Gegenzug bieten man anderen Menschen in der eigenen Heimat seine Couch an. 

Besonders freuen tue ich mich jedoch auf das Wiedersehen mit den beiden Münchenerinnen die ich damals in Vancouver kennengelernt habe. Mal schauen was die beiden mir alles zu erzählen haben! 

Am 1. Juli fliege ich dann von Toronto nach New York, wo ich meiner Reise einen würdigen Abschluss ebne. Zwei Volle Tage erwarten mich im Big Apple, in dem ich bereits vor einigen Wochen vieles bestaunen konnte. Auch dort versuche ich eine Couch zu finden um möglichst wenig Geld in New York auszugeben. Die Hostelpreise dort liegen momentan bei Rund 50 Euro die Nacht! Daumen drücken ist angesagt!    

Der nächste Post kommt dann spätestens aus New York vor meiner Abreise nach Hamburg!

 

Bis demnächst!

Bonjour Montréal!!

12Juni2014

Von Bermuda aus ging es am 4.06.2014 mit dem Flugzeug bequem weiter nach New York. Weniger bequem war dann hingegen die Reise vom Flughafen in unsere Wohnung nach New Jersey. Tatsächlich sollte diese Reise länger dauern als der Flug von Bermuda nach New York. Wie auch immer, nach einem ersten Rendezvous mit dem New Yorker U-Bahn System, verabredete ich mich mit meinem Vater und seiner Lebensgefährtin in dem Apartment, welches für eine Woche mein neues Zuhause sein sollte.Von unserer Wohnung aus, im 42ten Stockwerk, hatte man einen wundervollen Ausblick auf ganz New York, inklusive natürlich der New Yorker Skyline. Die Wohnung sollte sich aus der Perspektive eines Backpackers, als wahres Luxus-Apartment herausstellen. Ein eigenes Zimmer mit King-Size Bett, ein eigenes geräumiges Badezimmer und natürlich darf man das leckere Essen nicht vergessen welches wir uns dort zusammen gekocht haben.

 

 

In New York selbst besichigten wir die klassichen Akttraktionen die man eben besucht wenn man Gast im Big Apple ist. Neben dem Empire State Building waren besonders Museen wie das MoMA oder das Guggenheim, Orte an denen wir viel Zeit verbracht haben. Das Museum, welches meiner Meinung nach am besten gelungen ist, wurde erst vor kurzem eröffnet und thematisiert das Geschehen von 9/11. Im Museum selbst findet man an einer riesigen Wand den Satz: "No day shall erase you from the memory of this time". Man spürt förmlich was an dieser Stell passiert ist und man möchte einfach nur hoffen, dass so etwas nie wieder passiert.

Ein Besuch beim Times Square durfte ich mir natürlich auch nicht entgehen lassen. Was dort alles an Menschen am Tag und bei Nacht herumläuft ist echter Wahnsinn. Wenn man sich den Verkehr dort anguckt, kann man echt froh sein, den Führerschein in einer vergleichsweise kleineren Stadt gemacht zu haben. 

Dadurch dass jeder Tag in New York vollgeplant war mit Dingen die wir uns angucken wollten, gingen die Tage unheimlich schnell vorbei. Momentan sitze ich im Bus nach Montréal. Eine acht-stündige Reise die ich mit gemischten Gefühlen antrete. Einerseits geht jetzt wieder alles von vorne los. Die Suche nach einem Job und einer Unterkunft. Allgemein das Gefühl von Ungewissheit an dass man sich irgendwie nicht gewöhnen kann. Andereseits wartet mal wieder ein neues Abenteuer auf mich. Abhängig von dem Verlauf meiner Uni-Bewerbungen könnte es sein, dass ich sogar in 3 Wochen wieder in Deutschland ankomme. Spätestens allerdings am 27 August. Die letzten Wochen meiner kleinen Weltreise laufen bereits an. Ich bin gespannt was mich in Montréal so alles erwartet und halte euch natürlich auf dem Laufenden!!

 

Danke, fürs lesen!! 

Juli

In neun Stunden um die halbe Welt!

30Mai2014

Es wurde Zeit Vancouver auf Wiedersehen zu sagen um ein neues Kapitel aufzuschlagen zu können. Nach mehr als einem Monat stressvoller aber auch spaßbringender Arbeit auf dem Public Market, ging es am Dienstagmorgen mit dem Bus gen Seattle. Durch meine frühe Ankunft, hatte ich somit einen ganzen Tag Zeit Seattle zu erkunden, bevor es am nächsten Morgen via New York nach Bermuda ging.

   

Seattle ist die größte Stadt im Nordwesten Amerikas und ein wichtiger Handelspunkt für den Handel mit Asien. Das Stadtzentrum selbst ist wie auch in jeder anderen Stadt belebt und gefüllt mit Menschen. Doch neben den klassischen Hochhäusern einer Typischen amerikanischen Großstadt findet man auch den ein oder anderen Schatz. Zum Beispiel die Public Library von Rem Koolmaas oder das Musik-Museum von Frank O´Ghery. Stichwort: Dekonstruktivismus, für alle Kunstfanatiker und Architekten. Wie auch immer, es lohnt sich auf jeden Fall einen Tag in Seattle zu verbringen!

Am nächsten Morgen, zu einer unmenschlichen Uhrzeit, musste ich aufstehen um zum Flughafen zu fahren. Sechs Stunden später und plötzlich auf der anderen Seite Amerikas wartete ich auf meinen Anschlussflug nach Bermuda. Bei dem Start sah man im Hintergrund die Skyline von New York und ich dachte dabei schon an meinen sich nähernden Aufenthalt im Big Apple. Gleichzeitig aber freute ich mich umso mehr auf Bermuda und auf Traumstrände und schönes Wetter. Welch ein Luxus so denken zu dürfen!

Auf Bermuda angekommen und wie durch ein Wunder nicht vom Bermuda Dreieck verschluckt, machte ich erst einmal die Erfahrung, dass die Kombination aus Strickpulli, langer Hose und 25 Grad mit einer Luftfeuchtigkeit von fast 95% nicht ganz passend ist. Völlig übermüdet ging es dann mit dem Taxi vom Flughafen direkt in mein neues Zuhause. Marcia und Anthony, die beiden Hausbesitzer mit denen ich zusammen in einem wunderschönen Haus mit Blick aufs Meer wohne, sind zwei überaus nette und zuvorkommende Menschen, die unbedingt möchten, dass ich mich hier wie zuhause fühle. Das Leben in einer Gastfamilie auf einer Karibischen Insel. Hätte mir das jemand vor ein paar Monaten erzählt, ich hätte diese Person bestimmt ausgelacht.

Am nächsten Morgen machte ich mich dann auf um ein bisschen die Umgebung zu erkunden. Dabei entdeckte ich einen der viele Traumstrände hier, woraufhin ich dort ein paar Stunden verbrachte. Bilder vom Strand gibt es hier unter diesem Post!

Als wäre man mitten in einem Film. So fühlt es sich auf Bermuda an. Reggea Musik ertönt aus jedem Auto, es weht eine frische Brise aus Nordost (kleiner Gruß an alle Hamburger). Die Menschen sind hier alle freundlich, glücklich und das färbt dann auch irgendwie selbstverständlich auf die eigene Laune ab.

Das wars dann erst einmal wieder. Der nächste Eintrag folgt nach meinem New York Trip mit hoffentlich spannenden Geschichten aus dem Big Apple!

 

Cheers! 

Dem Alltag sei Dank,

04Mai2014

für viele neue Einblicke in das Leben des gemeinen Kanadier. 

Die letzten Wochen waren im Hinblick auf meinen Urlaub auf Bermuda und in New York, eher von Arbeit als von grenzenloser Freizeit geprägt. Das positive daran ist, das Gefühl, sich den Urlaub selbst erarbeitet zu haben. Die Vorfreude steigt trotz der Arbeit jedenfalls von Tag zu Tag. 

Die Arbeit in dem Delikatessen Laden ist mehr oder weniger ein ziemlich einfach auszuführender Job, der das Ein oder andere mal auch sehr stressig sein kann. Im Grunde genommen geht es dort nur darum dem Kunden sein Wunschessen zusammenzulöffleln und die Kasse zu bedienen. Manchmal schnibbeln wir das ein oder andere Gesunde Gemüse oder beraten die Kunden im Öl und Essig Segment. Das positive an dem Job ist jedoch, dass ich dort drei Sprachen auf einmal spreche. Französisch mit dem Chef, Englich und Deutsch mit den Kunden. Da kommt man, wie meine Genossen in Hamburg sagen, schonmal leicht durch den Tüddel.

Einen Nachteil hat es hingegen Arbeitnehmer in British Columbia zu sein. Wenn in Deutschland gleich wie hier gezahlt werden würde, wäre dies das sofortige Startsignal zu einem Bundesweiten Tarikstreik. Mit 11,5$ die Stunde, bekomme ich sogar fast 2$ mehr pro Stunde, als es der Mindestlohn von 10.25$ vorgibt. Umgerechnet sind das 6,7 Euro pro Stunde. Den Aufwand den man hier betreibt steht also nicht annährernd im Verhältnis zu dem Entgelt welches man hier in Kanada übrigens alle zwei Wochen und in Altmodischer Form eines Cheques überreicht bekommt. Freundlicher Weise darf man diesen auch noch selbst zur Bank bringen. Doch da man meistens Arbeitet wenn die Banken geöffnet haben, kommt es schonmal vor, dass man seinen Lohn erst eine Woche später "einlösen" kann. Die Kanadische Regierung protz im Übrigen landesweit Stolz damit wie weit ihr Technologischer Fortschritt sei. Mit dem Pay-Cheque in der Hand auf dem Weg zur Bank, kann man darüber eigentlich nur schmunzeln...

Kleiner Exkurs ins Kanadische "Gesundheitssystem" ? Bitteschön: Bei Rückenschmerzen, Nasenbluten oder Schlaflosigkeit kann man übrigens seit neuestem in Kanada zum Doktor gehen, der einem dann mit einem Zwinkern das ein oder andere Gramm Gras verschreibt. Man man man, Crazy Canadians!  

Eine eher unschöne Erfhrung durfte ich an meinem ersten Arbeitstag machen, als sich ein Mensch von einer unheimlich hohen Brücke direkt vor die Markthalle in den Tod stürzte. Ich habe weder den Sprung noch das Geräusch gehört, doch der Schock saß auf jedenfall tief. Mit dem Gedanken dass sich dieser Mensch vor den Augen von kleinen Kindern umgebracht hatte wird einem nur Schlecht zu Mute. Genug schlechte Stimmung für diesen Eintrag, denn es soll ja auch wieder nach vorne gehen.

In den letzten Tagen ist nach Wochen des Regens, der Sommer zu einem kurzen Hallöchen vorbeigekommen und bescherte uns über 4 Tage Sonne und Wärme und Temperaturen bis zu 26 Grad. Am Strand vom English Bay wurde es auch endlich Zeit für meinen ersten Sonnebrand 2014. Eigentlich kein Grund dies zu feiern, aber im Hinblick auf die nächsten Wochen voller Regen und Trüber Brühe, bleibt wenigstens ein wenig Farbe auf der Haut des so Sonnenverwöhnten Hamburger Jungchen.   

Die nächsten beiden Wochen widme ich weiter der Arbeit bis ich dann am 18 Mai den Part des Traveln gerecht werde. Vielleicht ist ein kurzer Trip nach San Francisco angesagt, vielleicht erkunde ich doch "nur" Vancouver Island und die schöne Natur dort. Mal schauen wo es mich hintreibt. Letzen endens wird es auch eine Frage des Wetters sein... 

Viele Grüße aus Vancouver!

SummerDayGone WorkPlace

 

 

Urlaub auf Bermuda

17April2014

Meine erste Arbeitswoche in dem Französischen Delikatessen Laden liegt bereits hinter mir. Der Job ist ein kleiner Segen für mich. Dort gibt es neben hochwertigen französischen Produkten auch eine Hauseigene Rotisserie. Hühnchen auf Französische Art mit feinsten Kräutern und ofenfrisches Gemüse. Die Tagesangebote reichen von Lamm-Hüfte bis zur Hauseigenen Lasagne. Warme Französische Schokobrötchen inklusive! An manchten Tagen wenn nicht so viel los ist in der Markthalle, stehen wir meistens in der Küche und bereiten das Essen für die nächsten Tage vor. An sonnigen Tagen brennt dann immer die Hütte! Gefühlt jeder Tourist Vancouvers stattet dem Granville Island Market einen kleinen Besuch ab und genießt Französische Kost unter strahlendem Sonnenschein. Neben Englisch spreche ich dort jeden Tag Französisch und Deutsch. Perfekt also, um meine Sprach-Fähigkeiten ein wenig auf zu pimpen Durch den Job der mir ein bisschen Sicherheit vermittelt, konnte ich mich die Tage endlich wieder meiner Reiseplanung widmen.  

An einem veregneten Sonntag, saß ich vor dem Fernseher und sah eine Dokumentation über die Karibik und den Inselstaat Bermuda.Wie schön wäre es denn genau dort zu sein, dachte ich mir. Also setzte ich mich aus neugierde und Fernweh an den Laptop und traute meinen Augen nicht was meine Maschine für einen Preis ausspuckte...Schlappe 90 Euro kostet der Flug von Seattle (3 Stunden von Vancouver) über New York nach Bermuda. Für 90 Euro kommt man in Deutschland an schlechten Tagen nicht einmal von Hamburg nach Berlin. Und so kam es dann wie es kommen sollte, ich drückte auf Reise verbindlich buchen. Am 28 Mai also geht mein Flieger gen Karibik. Alle besorgten (hoffentlich gibt es ein paar da draußen) die sich denken "Auweiha der Jung fliegt ja durch das Bermuda Dreieck", kann ich beruhigen! Ich fliege über New York also nicht direkt durch sondern nur knapp an die Grenze! Weiße Sandstrände, türkises Wasser, Sonne, Wärme und ganz viel Faulenzen, so stellt man sich einen Urkaub doch vor. Eine Unterkunft suche ich mir über das Portal Couchsurfing durch dass man für Umsonst bei anderen Leuten unterkommen kann. EIne spott billige Reise also. Als wenn man als Hamburger Jung mit seiner Omi einen Wochenend Ausflug nach Bremerhafen machen würde.

Wenn meine Woche Urlaub auf Bermuda um ist, reise ich direkt weiter nach New York, wo ich auf meinen Verehrten Vater und seiner Lebensgefährtin treffen werde. Mit den beiden ein bisschen Großstadt erkunden und dann einen Roadtrip gen Norden starten.

Nach diesen Wochen voller Urlaub geht es für mich dann wieder darum einen Job zu finden. Wahrscheinlich in Montreal oder Quebec City. Jetzt heißt es erstmal weiter Arbeiten um dann den wohlverdienten Urlaub genießen zu können.

In diesem Sinne,

Ahoi!  

Neues aus der Großstadt

04April2014

First of all, ich lebe seit kurzem in einer WG in East Vancouver und habe einen Job als Server in einem Hotel gefunden. Die letzten Tage waren ein wenig stressig sodass ich erst jetzt dazu komme, euch über den aktuellen Stand der Dinge zu informieren. Über Kontakte bin ich an das Einzelzimmer in einem Haus gekommen. Ein kroatisches Paar, ein Ire und eine junge Frau leben hier in einer ruhigen und gepflegten Wohngegend im Osten Vancouvers. Entfernung mit der       U-Bahn nach Downtown: 10 Minuten.

Von einem ehemaligen Work and Traveller erfuhr ich, dass das Holiday Inn Hotel zu jeder Zeit Server zu den Frühstückszeiten sucht. Ich fuhr dort hin um mich persönlich vorzustellen und wurde kurzerhand zu einerm Vorstellungsgespräch eingeladen, welches anscheinden sehr gut verlief. Weil der Job nur ein Teilzeit Job ist und ich mir ein bisschen für den weiteren Verlauf meiner Reise ansparen möchte, bin ich weiter auf der Suche nach einem Vollzeit Job.

Heute wurde ich zu einem Bewerbungsgespräch in einem französichen Feinkost Laden in der Markthalle von Granville Island in Vancouver eingeladen. Das Gespräch mit dem Inhaber lief sehr gut. Vielleicht auch weil er Franzose war und wir dadurch gut ins Gespräch kamen. Frische Quiches, ofenfrisches Baguette, feinstes Oliven Öl, und unendlich verschiedene Essig Sorten werden dort angeboten. Mit ein wenig Glück kann ich am Montag bereits anfangen und hätte somit finanziell ausgesorgt.

Genug persönliches, es wird Zeit für ein bisschen Input über Kanada! Im Allgemeinen sind die Canadians ein sehr freundliches und zuvorkommendes Volk. Jeder bedankt sich beim aussteigen aus dem Bus bei dem Busfahrer. Jedes Gespräch, sei es auf dem Amt oder bei Starbucks, beginnt mit einem kurzen Smalltalk. Bevor ein Bus kommt, bildet sich eine Reihe um geordnet einsteigen zu können. Während man in Hamburg durchaus auch mal 10 Minuten auf eine U Bahn wartet, kommt hier alle 30 Sekunden eine eingefahren. Der morgendliche Sprint um die U-Bahn zu erreichen entfällt dadurch! Welch ein Luxus...

Der Alltag läuft in Kanada um längen gesitteter ab als daheim. Die Menschen respektieren sich gegenseitig. Der allgemeine Sozialwissentschaftler würde an dieser Stelle sagen: Das Klima stimmt!  

Neben den vielen positiven Aspekten die Vancouver so liebenswert machen, gibt es wie in jeder anderen Stadt auch eine negative Seite. Dazu gehören unter anderen die unendlich vielen Obdachlosen. Was macht ein Obdachloser in Toronto im Winter bei -30 Grad? Er zieht dahin wo es warm ist. Genau, eben hierhin nach Vancouver, wo im Winter die Temperaturen kaum unter 0 Grad sinken. Eigentlich wäre auch alles gut, wenn nicht ungefähr 70% dieser Obdachlosen Chrystal Meth abhängig wären. Es sind lebendige Tote die hier durch die Straßen laufen. Diese Menschen, wenn man sie überhaupt noch so nennen kann, hängen so sehr in ihrer Sucht, dass sie nichts mehr von ihrer Umwelt mitbekommen. Als wäre man mittendrin in einem Dreh von "The Walking Death", einer erfolgreichen Zombie Serie aus den USA. 

Genug Horror, der Frühling hält hier weiter Einzug. Trotz des vielen Regens, scheint hier ab und zu mal die Sonne. An solchen Tagen gehe ich besonders gerne an den Strand vom English Bay, an dem man einen tollen Sonnenuntergang bestaunen kann. Bilder hiervon gibt es wie immer rechts in der Galerie. 

Bis bald und Cheers!  

Traum Szenerie auf dem Pazifik und die Rückkehr in die Großstadt

26März2014

Es wird Frühling an Kanadas Westküste! Die Sonne scheint, es ist warm, die Pflanzenwelt blüht auf, die Tiere und Insekten kriechen aus ihren Winterquartieren und der frisch gebackene Bauer mit hanseatischen Wurzeln unternimmt eine Kayaktour auf dem Wasser des Pazifischen Ozeans. Wir hatten das Glück, dass der Nachbar der Farm seine privaten Kayaks zur Verfügung stellte und uns dadurch keine Kosten angefallen sind. Es erschien fast irreal, was wir auf dem Wasser zu Gesicht  bekamen. Vor uns die 2700 Meter hohen, mit Schnee bedeckten Berge von Vancouver Island, hinter uns ein Weißkopfseeadler, der über die dichten Wälder von Texada Island kreist, neben uns eine Gruppe von Seelöwen und Robben und unter uns einige Robben die anscheinend mit uns spielen wollen.  

Auf dem Wasser ließen wir uns für ein paar Augenblicke einfach treiben und genießten die Ruhe von der wir umgeben waren. Weit und breit keine Geräusche bis es auf einmal plätscherte und zwei Flossen neben uns auftauchten. Zwei ausgewachsene Delfine wollten uns auf ihren Weg nach Norden einen kurzen Besuch abstatten. Ein paar Sekunden später, änderte sie wieder ihren Kurs und schwammen gemeinsam weiter. Ein Augenblick zum einfrieren!

Eine Angel hatten wir zum Glück auch dabei, sodass wir uns nach dem Besuch der Delfine, unserer Abendessenorganisation widmen konnten. Den Ort den wir uns zum Angeln ausgesucht hatten, schien ein guter zu sein, denn nur wenig später waren unsere Boote mit vier 1,5 KG schweren Rotbarschen gefüllt. Das Abendessen war also gesichert, es gab den fangfrischesten Fisch den wir jemals genießen durften.

Nach dem traumhaften Tag auf dem Wasser holte uns der Farmalltag schnell wieder ein. Die Tiere kreischten nach ihrem Abendmahl und die Schlammattacke der Schweine riss uns dann endgültig aus unserem Tagestraum.

Den Morgen darauf erfuhren wir dann von der Haushälterin, dass wir die Farm verlassen und die nächste Fähre nehmen mussten. Der Grund dafür war, dass wir ausgeschlafen hatten. Der Hausherr hingegen hatte uns bei unserer Ankunft und am Abend vor dem Rauschmiss gesagt, wir dürften an Sonntagen ausschlafen. Leider, hatten sich die beiden nicht abgesprochen oder waren einfach unterschiedlicher Meinung. Jeder normale Mensch würde sich jetzt denken, dass es hier noch andere Gründe geben muss, nur wir sollten sie nie erfahren. Es war nicht möglich mit der Haushälterin darüber zu reden. Sie ließ keine Diskussion zu,  wie ich finde ein schlechter Weg um Probleme zu lösen. Wie auch immer, zwei Stunden später standen wir am Fährhafen von Powell River und mussten uns eine neue Unterkunft suchen.

Am nächsten Tag machte ich mich auf den Weg nach Vancouver in mein altes Hostel nach Downtown.  Die Jobsuche läuft wieder auf Hochtouren. Alles also wie vor einer Woche, als wäre die Zeit nur kurz stehen geblieben mit einer Ausnahme: Der Frühling ist da! 

Das Leben auf der Farm

19März2014

Der Ausdruck 'In the middle of nowhere' beschreibt eigentlich sehr gut den Ort, an dem ich mich gerade befinde. Eine Farm, einsam auf einer kleinen Insel im Norden Vancouvers, umgeben von Bergen, dem Pazifischen Ozean und endlos erscheinenden Wäldern.Der allgemeine Stadtmensch wundert sich erstmal über die Stille die hier abseits des Großstadtwahns ruht. Keine hupenden Autos, keine Polizei Sirenen, nichtmal das Geräusch eines Flugzeuges kann man hier warnehmen. Es ist ein komplett anderes Leben welches ich hier seit einigen Tagen führe und ich nehme so langsam Gefallen daran!

Man muss sich eben daran gewöhnen, dass man anstatt mit Menschen hauptsächlich mit Tieren zu tun hat. Mein Tag beginnt mit dem Füttern der Kühe, Pferde, Hühner und Schweine. Erst nachdem jedes Tier satt ist, darf ich mir mein eigenes Frühstück zubereiten. Eine goldene Regel die Dave und Branka,die Besitzer dieser Farm, pflegen. Weil sie sich hier fast komplett eigenversorgen, ihre Tiere schlachten und Essen, möchten sie ihnen durch diese Maßnahme ein bisschen Respekt zollen. Dave, der Hausherr, achtet sehr darauf dass wir hier möglich viel mitnehmen. Nicht nur die reine Farmarbeit steht für ihn im Vordergrund, sondern Dinge die für das Alltägliche Leben wichtig sind. So bauen wir zum Beispiel momentan ein Haus, welches den Hofladen überdachen wird. Den ersten Tag haben wir Knoblauch im Gewächshaus angepflanzt. An anderen Tagen arbeiten wir im Wald, hacken Holz klein und machen daraus ein riesieges Feuer um eine Brachfläche für die Schweine zu errichten.

Ich muss ehrlich sein und zugeben, dass ich mich schwer daran gewöhnen konnte komplett von der Außenwelt abgeschnitten zu sein. Immerhin lebte ich mein ganzes Leben in einer Großstadt und verinnerlichte alle Strukturen die sich dort automatisch ergeben. Wenn das alles auf einmal wegfällt ist das auf der einen Seite seltsam aber auf der anderen Seite eine schöne neue Erfahrung -Trotzdem, die Schweine stinken zum Himmel!

Am Abend wird dann unter Anweisungen von Dave zusammen in der Küche gekocht. Am Esstisch tauschen wir uns dann über die Ereignisse am Tag aus und hören dabei dem Knistern des Kamins zu. So lässt es sich doch leben! 

In zwei bis drei Wochen reise ich aber dann wieder zurück nach Vancouver und versuche dort einen Job zu finden. Falls ich keinen Job finde, reise ich weiter gen Westen nach Banff und versuche mein Glück in den Bergen.

Cheers! 

Zu Fuß auf den Gipfel

14März2014

Nach unser aufregenden Nacht im American Backpacker Hostel entschlossen wir uns einstimmig dafür in unser altes Hostel zurückzukehren. Die Tauben haben ihr Zimmer nun endlich wieder...Das Leben im alten Hostel macht einfach deutlich viel mehr Spaß. Fast jeder einzelne Bewohner des Samesun Hostel ist Backpacker, sodass schnell ein Thema gefunden ist worüber man reden kann. Der erfahrene Backpacker würde an dieser Stelle wohl sagen: Hier stimmt die Wellenlänge.   

Bevor es ein Update über mein zukünftiges Leben in Kanada gibt, gebe ich euch erstmal einen kleinen Einblick in meinen heutigen Tag.

Auf dem Programm stand eine Wandertour auf den 1300 Meter Hohen Grouse Mountain im Norden Vancouvers. Mit der Fähre und dem Bus ging bis zum Fuße des Berges. Von hier aus machten wir uns auf den Weg durch die stark bewachsenen Wälder des Berges. Der Wanderweg war, wenn man ihn im nach hinein betrachtet, kein normaler Wanderweg, sondern dieser ging kontinuirlich in Form von Treppen aus Steinen und Wurzeln nach oben. Nach mehr als eine Stunde erreichten wir den Gipfel der von einer 155cm hohen Schneedecke bedeckt war. Von hier aus hatte man einen wunderschönen Ausblick auf Vancouver uns Vancouver Island. Durch und durch eIn Moment zum einfrieren! 

Der Abstieg war dann weniger kompliziert mit der Seilbahn gen Tal. Von dort ging es dann wieder ins Hostel zum entspannen. 

Am Freitag Nachmittag geht es dann zusammen mit einem Freund auf eine Farm nach Texada Island. Auf dieser Farm, die etwa sechs Stunden entfernt von Vancouver ist, werden wir Arbeiten und erhalten als Gegenleistung Essen, Trinken und einen Schlafplatz. Wie lange wir dort bleiben werden und was genau wir dort machen müssen steht noch in den Sternen. Sicher ist jedoch, dass wir uns jetzt erst einmal aus dem Gewusel der Großstadt zurückziehen und uns von diesem Schritt ein bisschen Ruhe von dem ganzen Trubel in den letzten Tagen versprechen.

Fürs erste also Goodbye Vancouver!

Cheers!  

Das Hostel des Schreckens

12März2014

Nach einer Woche in dem Backpacker Hostel war es an der Zeit neue Seiten Vancouvers zu erkunden. Im Internet fand sich ein Hostel welches Mehrbett Zimmer für 10$ pro Person anbot. Da man als Reisender mit nicht allzu viel im Geldbeutel herumreist, wird einem warm ums Herz wenn man für solch einen Preis in einer überteuerten Stadt wie Vancouver leider ist schlafen kann.

Bevor ich hier fortfahre möchte ich noch kurz loswerden dass ich die Tage hier ein paar gute Bekanntschaften gemacht habe, mit denen ich die ersten Tage zusammen verbringe und eventuell auch weiterreise. Mal schauen…

Mit meinen Bekanntschaften mieteten wir uns ein Zimmer für vier Personen im American Backpacker Hostel. Das wir uns auf wenig bis gar keinen Luxus einstellen mussten war uns in Hinsicht auf den Preis schon relativ früh klar. Doch als immer mehr Details über unsere Unterkunft ans Licht rückten, wurde diese Einstellung schnell korrigiert.

An der Rezeption angekommen, kam uns erst mal eine überdimensionale Rauchwolke entgegen, die, ich zensiere, so roch als wäre man in Amsterdam.

Der nette Araber an der Rezeption steckte uns vier Backpacker in einen Raum mit einem Bett und stellte uns freundlicher Weise zwei versiffte Matratzen inklusive Kakerlaken-Befall zur Verfügung. Der erste Blick in unser Zimmer war geprägt von zwei Tauben die sich dort eingenistet haben. Für den Araber nichts neues denn das Zimmer steht des Öfteren mit offenem Fenster leer. Wer in seinem Leben schon mal eine Taube getroffen hat, weiß das diese hinmachen wo sie wollen.

Kleine Quizfrage an die Gemeinde: Was machen zwei Tauben die drei Tage lang in einem Zimmer eingesperrt sind? Richtig!

Das Bett, die Duschen und die Toiletten brauche ich, glaube ich,  gar nicht erst zu beschreiben.

Das fast sekündlich kleine süße Schaben und Kakerlaken uns in dem muffigen Zimmer besuchen, lässt uns eher kalt, weil der Besuch der beiden Tauben einfach nicht zu überbieten ist.

Das American Backpacker Hostel war im Endeffekt, egal wie dreckig und heruntergekommen die Zimmer auch  waren, eine positive Erfahrung die wir hier gemacht haben, an die wir uns immer erinnern werden. Man muss, glaube ich, einmal so etwas erleben, um das schätzen zu lernen, wovon man im Alltag sonst umgeben ist. Amen. 

Bilder gibt es in der Galerie auf der rechten Seite dieses Blogs!

Cheers!

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